RasPi: Debian installieren

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Noch eine Beschreibung im Netz…

Es gibt schon zahlreiche Installationsanleitungen im Web. Da ich mir aber selbst noch einmal aufschreibe, wie es abläuft, kann ich’s auch online schalten. Hier ausführlich beschrieben, auch für Anfänger gedacht.

RasPi als Server: Statt der Installation von Debian Wheezy für Raspberry Pi (RASPIAN) sollte man unbedingt auch mal beim Projekt arkOS vorbei schau’n. Im Moment ist das System noch im Entwicklungsstadium. Aber das wird sich sicher in absehbarer Zeit ändern.

Anleitung zu Image Debian Wheezy

(Getestet mit Image-Version vom 7.1.2014 und 20.6. 2014)

Image auf SD-Karte bringen

Manchmal gibt es kleine Änderungen von Image zu Image. Aktuell ist/war heute die Version von Anfang Januar.

Image Download (RASPIAN)

Als Zip-File noch entpacken; ergibt knapp 3 GByte

Ich nutze Windows zum Beschreiben der SD-Karte:
SD-Karte in den Kartenschlitz stecken und Win32DiskImager starten.

Unter Device das richtige Laufwerk der SD-Karte auswählen und das Imagefile auswählen. Write drücken und warten bis fertig.

Erstinbetriebnahme des Images

Was in früheren Images noch nicht möglich war, geht inzwischen: Die Inbetriebnahme kann vollständig headless, also ohne den Anschluss von Bildschirm und Tastatur erfolgen. Der notwendige SSH-Dienst läuft bereits. Man muss ihn nicht erst aktivieren. Natürlich funktioniert das im Moment noch ausschließlich über (elektrisches) Ethernet.

Wer bei seinem Router die Prüfung (Filterung) der MAC-Adressen freigegeben hat, muss bei der aller ersten Inbetriebnahme eines RasPi diese vorübergehend deaktivieren, damit der RasPi vom DHCP eine Adresse zugweisen bekommt und in’s lokale Netz kann.

Folgenden Zustand herstellen:

SD-Karte stecken; mit einem Ethernetkabel den RasPi ans Netz hängen; USB-Netzteil mit dem RasPi verbinden

In dieser Konfiguration, also ohne weitere USB-Geräte, reicht ein Netzteil mit 0,5 A aus.

Der RasPi bootet (nicht mehr nur die rote LED ist an). Nach kurzer Zeit erreicht man ihn über einen SSH-Client, Port 22. Unter Windows verwende ich PuTTY.

Die IP-Adresse muss man sich jetzt aus dem Router holen, da sie nicht fest eingestellt, sondern von ihm via DHCP an den RasPi vergeben wurde. Gibt der Router auch gleich die MAC-Adresse des RasPi an, kann man diese im Router eintragen und die MAC-Filterung wieder aktivieren.

Die MAC-Adresse bleibt konstant, auch wenn ein neues Image aufgespielt wird. Das ist nicht selbstverständlich. Z.B. beim Cubietruck vergibt derzeit der Treiber mit jedem Booten eine neue MAC, bis man sie fest in die Konfiguration einträgt.

Die Standard-Zugangsdaten des Images sind:

Benutzer: pi
Passwort: raspberry

Spätestens jetzt kann man die MAC-Adresse auslesen und die MAC-Filterung des Routers aktualisieren und wieder einschalten:

ifconfig

Mein RasPi gibt nun folgendes zurück:


eth0 Link encap:Ethernet HWaddr b8:27:eb:e4:19:8e
...

Entschiedend ist der Eintrag für eth0 hinter HWaddr. Mein RasPi hat also die MAC B8:27:EB:E4:19:8E .

Grundkonfiguration

In der Linuxwelt ist es üblich, nicht mit root-Rechten zu arbeiten, sondern sich diese Rechte mittels sudo für die einzelnen Befehle zu holen. Angeblich zerhaut man sich mit dieser Methode sein System nicht aus Versehen. Ich sehe das anders. Wenn man hintereinander konfiguriert, schleift sich das vorlaufende sudo beim Schnelltippen oder Wiederaufrufen von Befehlszeilen so ein, dass diese Schutzfunktion nach kurzer Zeit kaum noch wirkt. Ich hab vor allem in der Anfangszeit häufig Fehler gemacht. Aber in keinem Fall wäre die Nutzung von sudo ein wirksames Gegenmittel gewesen. Definitiv anders ist das bei Linux als Desktop-Betriebssystem zu sehen, mit dem man seine gewöhnliche Arbeit erledigt und nur selten Konfigurationen zu ändern oder andere Dinge mit root-Rechten zu erledigen hat. Hier schützt die „sudo-Methode“ während der normalen Nutzung, versehentlich in Bereiche des Betriebssysteme einzudringen.

Für die weitere Konfiguration wähle ich demzufolge direkt das root-Konto.

Zuerst root-Passwort festlegen. Solange das System nicht am Internet hängt, kann man zur Vereinfachung das gleiche Passwort wie für den Nutzer pi verwenden:

sudo passwd

Und zwei mal das Passwort für den Nutzer root eingeben.

Danach können wir dauerhaft zum Nutzer root wechseln:

su

Und das Passwort für root eingeben.

Jetzt starten wir die Menü-geführte Grundkkonfiguration mittels

raspi-config

Mit dem ersten Menüpunkt erweitern wir das Filesystem auf die volle Größe der SD-Karte. Das heißt, hier wird die Aufgabe nur vorbereitet. Die tatsächliche Erweiterung findet nach dem nächsten Booten statt.

Mit Enable Boot to Desktop/Scretch kann man sein System so umstellen, dass man mit ihm direkt mit Tastatur, Maus und Bildschirm auf dem Desktop arbeiten kann. Beim Booten wird dann der Desktop mit gestartet. Für einen headless Server bleibt das System aber so, wie es ist.

Die Internationalisation Options ist ein weiterer wichtiger Punkt:

Change locale empfiehlt sich (nur), wenn man zusätzliche Zeichensätze aktivieren will (muss). Das ist nicht unbedingt zu ändern, solange man mit UTF-8 English klar kommt. Insbesondere deutsche Zeichensätze machen an vielen Stellen Probleme in der Darstellung, wenn diese als Betriebssystem-Standard ausgewählt werden.

Die Zeitzone anzupassen, macht aber wirklich Sinn. Und wenn man vielleicht doch mal eine Tastatur anschließen will, ist auch die Wahl des deutschen Tastatur-Layouts sinnvoll. Zumindest schadet es nichts. (Mit dem Image vom 20.6. 2014 gelang mir das nicht.)

Overclocking kann man einstellen. Ist aber unter Umständen mit Instabilitätsproblemen verbunden. So sehr viel fixer wird das Gerät dabei nicht. Für Serveranwendungen ist der marginale Performancegewinn unbedeutender gegenüber der Stabilitätsfrage.

Advanced Options. Hier kann man den im Netz sichtbaren Hostnamen ändern. Ebenso die Memorykonfiguration ändern: Bei Nutzung als Headless System darf das Memorysplit problemlos auf 16MB gestellt werden und man bekommt damit ein wenig mehr vom knappen Arbeitsspeicher.

Nach dieser Konfiguration, die nach Belieben später wieder durchlaufen werden kann, jetzt mittels Finish neu booten.

Jetzt wird es Zeit, das System auf den neusten Stand zu bringen. Mit

apt-get update

werden die Informationen aus den Repositories aktualisiert.

Danach kann man mit

apt-get upgrade

alle installierten Pakete auf den neusten Stand bringen. „Kann“ ist eigentlich falsch. An dieser Stelle sollte man es tatsächlich unbedingt tun. Insbesondere bei dem Image vom/vor Januar 2014 wird auf diesem Weg das OpenSSL-Leck geschlossen. Das ist zwingend, bevor man den RasPi überhaupt ans Internet lässt.

Je älter das Image ist, desto länger dauert der Prozess. Panik kann aber nicht aufkommen, denn man kann die Arbeit am SSL-Terminal beobachten.

Folgende Fragen dabei mit Y beantworten:

Do you want to continue [Y/n]?

Abschließend sollte man nachdenken, ob man vielleicht doch schon die Passwörter der Nutzer root und pi neu setzt, damit wäre das schon jetzt erledigt, wenn man später ans Internet geht.

Die grundlegende Installation wäre nun abgeschlossen.

Runterfahren/Reboot

Ein Anmerkung: Den RasPi kann man einfach so vom Netz trennen. Insbesondere, wenn man dann aber erst ein paar Dienste installiert hat, könnte es zu Inkonsistenzen auf der SD-Karte oder externem USB-Speicher führen. Aus dem Grund möglichst immer vorher runter fahren. Der Linux-Befehl zum sofortigen Runterfahren (mit Halt und Power Off) lautet:

shutdown -hP 0

Für RasPi geht es aber einfacher:

poweroff

Der RasPi ist ausschaltbereit, wenn nur noch eine rote LED leuchtet.

Leider sind wir ohne USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) nicht vor einem plötzlichen Stromausfall geschützt.

Auch das Reboot muss man nicht so umständlich eingeben. Einfach

reboot

und nach kurzer Zeit ist (sollte) der RasPi wieder am Netz erreichbar sein.

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