Intro II – Was leistet ein NAS?

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Für Neueinsteiger

An dieser Stelle möchte ich noch nicht detailliert auf die Funktionalität von speziellen Softwaremodulen auf NAS eingehen. Da meine eigenen NAS inzwischen nicht mehr dem neuesten Stand entsprechen, würde ich womöglich veraltete Details verbreiten. Eine Übersicht über die aktuellen angebotenen Software-Module werde ich vielleicht in einem späteren Beitrag nachholen. Statt dessen folgen am Ende dieses Beitrags ein paar Links, wo man weitere Informationen finden kann.

Grundlegende Frage ist bei einer Anschaffung, für welches Modell man sich entscheidet. Teurere Geräte können mit mehr Festplatten bestückt werden und sind etwas leistungsfähiger. Teilweise sind auch mehr Funktionen freigeschaltet. Schaufelt man häufig große Datenmengen über’s Netz, empfiehlt sich ein Gerät mit Gigabit-Schnittstelle und performanterem Prozessor.

Mit RAID zu arbeiten, ist Ermessenssache. Rein für den Schutz der Daten bei Festplattencrash, lohnt sich das RAID zu Hause nicht unbedingt. Hier sollte man das Geld besser zuerst in eine externe Festplatte investieren, über die man regelmäßig Time-Backups macht. Nach dem Backup sollte man diese Festplatte wieder vollständig elektrisch trennen. Damit erreicht man nicht nur Datenverlust durch Festplattenfehler, sondern auch bei Fehlern im System, insbesondere Netzteil, bei Überspannungen (Blitzschlag in der Nähe) und vor allem bei Fehlern, für die man selbst verantwortlich ist. Aus eigener Erfahrung ist die Gefahr von ungewolltem Datenverlust am größten, wenn man das Backup umkonfiguriert oder seine Daten mal ordentlich aufräumt und ausmistet.

Ist man für ein NAS verantwortlich, dass nicht bei einem zu Hause steht, vermindert ein RAID die Gefahr einer notwendigen Reise im Falle eines Festplattenfehlers. Bei einem RAID kann die Festplatte in der Regel auch vom Opa getauscht werden. Die Diagnose und Konfiguration kann man ja weiter aus der Ferne machen. Ebenso per Telefon auch die Bedienung des Opas während des Hardwaretauschs.

Stromverbrauch

In der Regel verbrauchen die Geräte im Leerlauf um oder unter 10 Watt. Das sind unter 100kWh pro Jahr. Bei brutto 25 Cent pro Kilowattstunde macht das also unter 25 Euro. Beim Festplattenkauf sollte man aber aufpassen, ein Exemplar mit vernünftig niedrigem Energiebedarf zu bekommen, um die laufenden Kosten nicht übermäßig zu erhöhen. Auch vermindert sich das Lüftergeräusch, wenn im Gerät nicht zu viel Wärme erzeugt wird.

Festplatten mit magnetischem Datenträger sollten gewöhnlich um 60MByte beim Schreiben und Lesen erreichen. Das klingt vielleicht wenig, greift man auf das NAS nur mit WLAN zu, ist das aber mehr als ausreichend. 60MByte/s entsprechen auf dem Netz Pi mal Daumen 600MBit/s. Greift man über Gigabit-Ethernet zu, kann man, schnelle Hardware vorausgesetzt, mit einer SSD etwas höhere Raten erreichen. Jedenfalls reichen SSDs, die mit um 100MByte/s „schaffen“. Eine SATA-1-Schnittstelle wäre also schon ausreichend für diesen Einsatzzweck. Etwas Anderes spricht noch für den Einsatz von SSDs: Ist die mittlere Schreibrate relativ gering, was bei Home-Servern meist der Fall ist, kann man mit einer langen Lebensdauer rechnen. Wenig Schreibzugriffe nützen nicht nur der Lebensdauer der Speicherzellen, sondern die SSD erzeugt dann auch kaum Abwärme, sodass sie auch thermisch nicht nennenswert beansprucht wird. Eine klassische Festplatte altert auch schon allein dadurch, dass sie sich dreht.

Sollen jedoch größere Datenmengen abgelegt werden, z.B. regelmäßige PC-Backups, wird aus Kostengründen derzeit trotzdem der klassischen Hard-Disk der Vorzug zu geben sein. Nochmal: Beim Kauf unbedingt auf die Verlustleistung im Leerlauf achten.

Funktionen

Den Block hätte ich nicht gReplacement genannt, wenn ich jetzt nicht auf die Möglichkeiten eines NAS eingehe, Online-Cloud-Dienste zu ersetzen.

Internetsuche

Denkt man an Google, denkt man natürlich zuerst an die Suchfunktionen. Das Thema haken wir aber zuerst mal fix ab. Hier hilft uns das NAS nicht weiter, solange es nicht um die Datensuche auf den NAS-Platten geht.

E-Mail

Ein eigenes Konto allein zu Hause zu hosten, kann man tun, ist aber eine recht unzuverlässige Sache. Aus mehreren Gründen. Bei den meisten Providern ist es so, dass der eigene Internetanschluss aller 24 Stunden eine neue IP-Addresse zugewiesen bekommt. Man benötigt also einen festen Domainnamen, was mit dynDSN-Diensten an sich kein Problem ist. Allerdings dauert es ein Weilchen, bis das der eigene dynDNS-Dienst (im NAS oder im Router) mitbekommt, dem dynDNS-Provider die neue Adresse meldet und dieser das DNS auf diese neue Adresse umgestellt hat. Aus eigener Erfahrung: Das ist keine Sekundesache. Und wenn der dynDNS-Dienst im NAS oder Router mal nicht will (wie bei meinen NAS und Routern), ist die Verbindung viel länger unterbrochen. Während dieser Zeit können keine e-Mails zugestellt werden. Der Absender bekommt vielleicht noch eine Fehlermeldung von seinem Mailserver, dass die Mail nicht zustellbar ist. Muss aber nicht sein. Im „Internet gespeichert“, bis der eigene Server wieder online ist, wird nichts!

Der zweite Grund ist der häufige Missbrauch durch das Versenden von SPAM (über infizierte Rechner von an sich nicht kriminellen Nutzern). Die IP-Adressen, die man zugewiesen bekommt sind meist schon „verbrannt“ und beim Empfänger landet die eigene Mail im SPAM-Ordner oder wird schon vorher abgewiesen.

Der dritte Punkt ist die Verfügbarkeit. Versagt die Hardware, hat man sich auf dem NAS mit der Konfiguration vertan oder ist der NAS beim nächsten Backup einfach überlastet, ist die Anlieferung der Mails ebenfalls nicht möglich.

Noch ein Grund: Der eigene Server muss auch mit den Updates für Blacklists gewartet werden. Das Problem lässt sich aber wenigstens lösen.

Aus diesem Grund sollte man sein allgemein benutztes e-Mail-Postfach bei einem zuverlässigen Provider hosten. Alternativ einen gehosteten (virtuellen) Server verwenden und regelmäßig warten.

Einen e-Mail-Server zu Hause einzurichten, kann trotzdem sinnvoll sein. Möchte man seine Mails nicht beim Provider liegen lassen, kann der eigene Server sie dort abholen. Automatisch weiterleiten ist allerdings keine gute Idee, wegen der oben genannten Problemfälle.
Es besteht die Möglichkeit, den eigenen Server mit einem Web-Mail-Frontend zu versehen oder den Zugriff per Pop, oder besser, per IMAP mit dem vertrauten Client, wie z.B. Thunderbird zu verbinden. Will man von außen dran, ist die Firewall entsprechend zu öffnen. Auch mit Android u.ä. mobile Geräte kann man so prima arbeiten.

Musik und Video

Die Hersteller bieten für NAS entsprechende Serversoftware an, die einfach zu administrieren ist. Für gängige Schnittstellen gibt es Module und auch der Anschluss einer USB-Soundkarte kann funktionieren. In der Regel sind die Ansprüche der Nutzer sehr divergent. Was wie funtioniert, sollte man sich vorher im Internet erlesen.

Datencloud

Die ureigentliche Aufgabe der NAS ist die Ablage von Daten im Netzwerk. Neben dem Zugriff per Ordnerfreigaben werden heute vollständige Cloud-Server zur Verfügung gestellt. Ob die entsprechenden Pakete kostenfrei sind und welche zur Verfügung stehen, sollte man auch vorher ermitteln. Es gibt teilweise zusätzlich Connectoren, mit denen Dropbox oder andere mit der eigenen Cloud im NAS synchronisiert werden können.

Und noch viel mehr

An Hand der aktuellen Paketübersicht für Synology-NAS möchte ich ein paar Pakete listen, die für den Normalverbraucher interessant sind oder sein könnten:

  • Antivirus-Software
  • Audio Station – Audio-Media-Player ähnlich wie Win Media Player
  • Cloud Station – Die Cloud auf dem NAS
  • Cloud Sync – Synchronisation mit Dropbox, Baidu Cloud und Google Drive
  • Directory Server – LDAP, falls die Familie sehr groß ist
  • Doku Wiki – Ein Wiki.
  • Media Wiki – Noch eine Wiki-Lösung.
  • HiDrive Backup – wenn man unbedingt Strato als Backupmedium will
  • iTunes-Server – Musiksammlung auch für die angebissenen Apfelgeräte
  • Mailserver+Mail Station – Server und Web-Client
  • Medien-Server + Photo Station + Video Station – Auch Bilder und Videos und…
  • PHP, Perl + Python
  • Logitech Media Server – Für Squeeze-Geräte
  • SVN – Versionsverwaltung für Software. – Kann aber auch für Dokumente verwendet werden.
  • Time Backup – Backup des NAS auf ein anderes NAS oder eine externe Festplatte. Mit Versionsverwaltung.
  • WordPress – Prima Blogging.
  • xCloud – Der Name sagt’s.
  • Zarafa – Enthält auch Mail und Kalender

Neben den offiziellen Paketen für Synolgy-NAS hat sich die Community daran gemacht, weitere Software als Pakete zu verpacken, die man auf dem gleichen Weg installieren kann, ohne dabei unbedingt in die Tiefen des Betriebssystems abtauchen zu müssen:

Paketzentrum Quellen

3rd-Party-Apps

Dienste für zu Hause

Nutzt man Dienste ausschließlich zu Hause, braucht man sich keine Gedanken über die Sicherheit zu machen. Die Konfiguration der Firewall entfällt, man benötigt keinen dynamischen DNS Dienst und regelmäßige Updates kann man sich eigentlich auch sparen. Gibt man jedoch einzelne Dienste nach außen frei, sollte man sich rechtzeitig darüber Gedanken machen. Für bestimmte Zwecke eignet sich auch die Einrichtung eines VPN-Servers.

Zum Abschluss noch drei Links

Alle 3 Beiträge sind aus 2013.

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